Phuket Travelers' Net

Navigation Field

Geschichten aus dem Alltag

Phuket Travelers' Net
Geschichten aus dem Alltag
Email us

Futtern wie bei Muttern
(Teil 2)
©  -  Travelers' Net

-text von Joe josef
-fotos von trv.net

Himmelsfeuer

Leider gibt es die Firehouse a Go Go nicht mehr. Das waren noch Zeiten, als das Feuerhaus direkt neben Laan Sukaprok lag! Die Go Go Girls kamen hereingetrippelt, eine nach der anderen, um in der Pause ein Quäntchen Chinesennudeln zu schlürfen. Dann standen sie da am Tresen oder sassen auf den alten Plasticstühlen, ein- oder besser ausgekeidet in minimalistischer, französischer Unterwäsche… Notdürftig bedeckt von einem Sarong, T-Shirt oder irgendeinem anderen Stück Zeug, dass ihre Nacktheit vertuschen sollte. Allein die hohen Schuhe, das kraftvolle Make Up und die Nylonstrümpfe verrieten sie. Die Firehousemädchen waren ein wunderbarer Soprankontrapunkt zu der Verdriesslichkeit der Umgebung.

Ich sass da mit einem Glasvoll Radler und ergatterte Augenwinkelvoll von Strümpfen, Büstenhaltern und sogar G-String Tangas. Go Go Göttinnen waren zu uns auf die Erde gekommen um mit dekolletierten Brüsten Thaispaghetti zu schlabbern.

Die goldene Stunde

Gleich kommt die Chilliwolke. picture by trv.net Dann kam die goldene Stunde. Wie oft habe ich es erlebt in all diesen Jahren und wie hat es mich doch immer wieder ergriffen, diese Zeit, wo die Girls hereingeschneit kommen. Da alle die "downtown" Bars um 2 Uhr nachts zumachen, wandern hunderte von Bargirls in die Soi Sunset, wo die Post bis zum frühen morgen abgeht. Und alle müssen sie durch die Soi Bangla und an der Ecke Rath U Thit vorbei. Direkt vor den Tischen des Laan Sukaprok, direkt an meiner Nase. Das ist die goldene Stunde, das ist der Exodus.

An wieviel Plätzen dieser Erde gibt es so etwas wohl? Wo sonst kann man an einem wackligen Tisch sitzen, mit einem Radler bestehend aus Bia Chang und Tonic und hunderte von Sahnehäubchen vorbeiflanieren sehen? Hunderte von anmutigen, wohlgestalteten Thaichicks, in engen Röckchen, ready to beep you…?

Ich fühle mich immer wie eine Art Kaiser Nero, wenn ich da im alten, verstaubten Laan Sukaprook sitze und der goldene Exodus unte meinen Augen die Soi Bangla heraufschwebt. Es gibt einem irgendwie so eine ganz besondere Manneskraft, da zu sitzen und zu wissen, dass jedes dieser Engelchen die Deinige werden kann - für ein Lied und einen Penny.

Konzert des Lebens

Mythologische Gestalten tanzen vor meinen Augen, wenn ich die Hundertschaften der Zaubergirls sehe, wie sie singen, tanzen und lachend in ihren schwarzen Kleidern und silbernen Schuhen. Cinderella, Barbarella, Cleopatra. Verstehen Sie, was ich sagen will? Nubische Prinzessinnen mit glühenden Diademen auf der Stirn. Tänzelnde Onyxantilopen mit hohen Hinterbeinen, schwarze Einhörner mit leuchtendem Elfenbeinschmuck. Mehr und immer mehrere, manche von ihnen auf Motorrädern, die nackten Schenkel zurückgebogen, die Knie wie runde Bazookas vorne weg.

Ein Teil der Damen läst sich von den starken Düften der "Futtern wie bei Muttern" Küche veführen. Mit ihnen kommt Stimmung in den Laden. Hey, es ist die Late Night Action Feeling! Jetzt sind wir wach, jetzt sind wir da, jetzt schmeisen wir den Laden. So jung, so schön wie das Girl von Ipanema mitten in der Nacht. Geister erheben sich, Blumenkinder, Kateus und filipinische Musiker verschmelzen zu einem Konzert des Lebens.

Teil 3