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Soi
Crocodile, Bangla Road, Patong Beach
© Nightlife - Travelers' Net
Wenn man die Abkürzung durch den
Hinterhof nimmt, taucht man in der Soi Crocodile sozusagen in der Toilette auf. Sozusagen.
Aber ich liebe diesen merkwürdigen, schmalen Gang, der zur Bar-Allee führt. Um
aneinander vorbeizukommen, müssen zwei Personen sich seitwärts zueinander drehen - was
ich ganz gut finde, besonders, wenn ich die eine Person bin und die andere ein handliches
Thaigirl.
Jedenfalls, die Crocodile Disco gibt es schon längst
nicht mehr. Stattdessen gib es jede Menge gleichfalls schnappfreudige Kateus, die nur
darauf warten, daß ein einsamer Fuchs vorbeikommt, sodaß sie ihre langen Fangzähne in
sein Portemonnaie schlagen können. Ehmm, sein Ohrläppchen, meine ich.
Eingeklemmt zwischen der Kateu A Go Go (Andaman Queen) auf der einen
Seite und der Tequila Bar auf der anderen Seite, liegen ein paar Bars mit
"richtigen" Mädels. Die Pointe ist natürlich, daß der Uneingeweihte in
nüchternem Zustand nur schwer - und in besoffenem schon gar nicht - ausrechnen kann, ob
er eine "Lady", einen "Mann" oder einen "Ladymann" küsst.
An vielen der Bars findet man Holzblock, Nägel und
Hämmer. Ich sah eine Gruppe koreanischerTouristen, die versuchten, die Hämmer mit den
spitzen Seiten der Nägel zu treffen. Oder auch war es umgekehrt.
Hier ist es umgekehrt als mit den Kateus. Es hilft, wenn man betrunken
ist. Nicht, dass man besser trifft. Aber es macht mehr Spass, wenn der Hammer sich
selbständig macht und die Singha Bier Flaschen an der Bar zerschellen läßt.
Ich schob mich durch die Menschenmenge an der Tequila Bar - die so
heißt, weil man dort keinen Tequila bekommt - und schubste einen alten, einbeinigen Mann
von seinem Barhocker, weil kein Platz frei zu sein schien. Die winzige Plattform in der
Mitte der Tequila Bar hat wahrscheinlich den besten Unterhaltungswert von ganz Patong.
Unglaublich, was auf dieser kleinen "Bühne" schon alles gelaufen ist! Ich habe
einmal drei splitternackte "Mädchen" gesehen, die sich und ihre Gliedmassen
dort auf wundersame Weise verschränkten.
Die Ironie dieser Bar mit ihren grossen, hohen
"Ladies" und den kleinen, dünnen Bartendern mit über den Ohren festgeklemmten
Zigaretten entzückt mich immer wieder. Wenn es meine Bar wäre, würde ich sie "Bar
der großen Kateus und kleinen Diener" nennen. Was zwar der Wirklichkeit entspräche,
aber ein schlechter Name für eine Bar wäre.
Und wo wir gerade davon sprechen - so wie in allen anderen Bars, sind
auch in der Tequila Bar alle Basslautsprecher kaputt oder hängen in Fetzen und darum ist
die Musik so laut und metallisch, daß man schon nach wenigen Minuten das Gefühl hat,
jemand wolle einem die Ohren abschneiden.
Was gut ist. Denn jetzt hat man ein taubes Ohr für die vielen Kateus,
die einen ewig anquatschen, daß man ein Foto von ihnen machen und dann hundert Baht in
den silikativen Ausschnitt stecken soll. Was nicht ganz hundert Prozent grammatisch
korrekt ist, aber es ist so. Der Alkohol geht rein und die Lust steigt.
Schon fingen die Kateus an, gut auszusehen. Und nicht nur die Kateus,
sondern jeder Popo in strammen Shorts, der unter meiner Nase daherzog. Also dachte ich, es
wäre an der Zeit, mich an ein sicheres Plätzchen zurückzuziehen.
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